Literaturführungen in der Region Stuttgart
„Heimzugehn, wo bekannt blühende Wege mir sind...” | Wenn Vater Schiller mit dem Sohne... | „...die schönste Stadt von allen aber ist Calw.” | „In deinen Tälern erwachte mir das Herz zum Leben...” | Schwimmende Hölderlintürme und lebendige Tote am lieblichen Neckar | „Eine Stadt aus dem Musterbuche der Romantik” | Es muss nicht immer Schiller sein | „Hier ist Freude, hier ist Lust...” | „Ein Traum, in Linien blau geschwungen ...” | „Vom Eisenhammer zum Schneider von Ulm” | „Rund um den Alten Turmhahn” zwischen Hohenlohe und Heilbronn | Vom Neckar in den Zabergäu |
„Heimzugehn, wo bekannt blühende Wege mir sind...”
Literarische Rundwanderung von Nürtingen zum Pfeifer von Hardt Nürtingen hat viel zu bieten: Die drei H's Hölderlin, Härtling und Harald Schmidt, eine Neckarpartie und das reizvolle Umland. Wir beginnen mit einer literarischen Stadtführungen Nürtingen, wo Peter Härtling und Friedrich Hölderlin ihre Jugend verbrachten, Eduard Mörike öfters Station machte und die Schriftstellerin Anna Haag nach dem ersten Weltkrieg lebte. Danach geht es über den Galgenberg zum Ulrichstein bei Nürtingen-Hardt, der in der Sage von „Pfeifer von Hardt” um den Grafen Ulrich eine Rolle spielt. Zurück geht es über die Oberensinger Höhe. Originaltexte aus Romanen, Gedichten und Briefen machen die 10 km lange Wanderung zu einem vergnüglichen Erlebnis.
Dauer: 7 Stunden Preis: 20 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
Wenn Vater Schiller mit dem Sohne...
...von Ludwigsburg zum Schloss Solitude
An der Hand seines Vaters wanderte der 13-jährige Friedrich Schiller am 16. Januar 1773 von Ludwigsburg zur Militärakademie auf die Solitude, Herzog Carl Eugens neues Steckenpferd. Nicht mehr Mätressen, Opern und barocke Lustbarkeiten beschäftigten den württembergischen Fürsten, sondern die Ausbildung seiner Landeskinder stand nun im Vordergrund. So bestimmte er gegen den Willen der Familie, dass der kleine Fritz dort studieren sollte. Dabei wäre Schiller junior doch viel lieber Pfarrer geworden! Vater und Sohn gingen missmutig die Solitudeallee entlang, 13 Kilometer geradeaus. Wir wollen Ihnen mehr als 200 Jahre später folgen - alles andere als missmutig. Wir erfahren dabei etwas über die Entstehung der Solitudeallee, über die Apfelbaumzucht von Vater Johann Caspar Schiller, die frühe Theaterleidenschaft seines Sohnes und das Erziehungsprogramm des Herzogs. Wir beginnen am Haus, dass die Familie Schiller in Ludwigsburg bewohnte. Dort hatte Schillers Vater mit seiner Obstbaumzucht im Garten begonnen. Auf dem Weg liegt außerdem der Stammheimer Hochsicherheitstrakt, wo wir uns fragen, ob Schiller mit seinen „Räubern” und dem „Wilhelm Tell” ein Sympathisant war. Danach geht es zur ehemals pietistischen Siedlung Korntal. Darüber wie auch über die erste württembergische Landesvermessung wird ebenfalls einiges zu hören sein.
Dauer: 7 Stunden Preis: 20 € pro Person
Konzeption: Dr. Ute Harbusch, Bernd Möbs
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
„...die schönste Stadt von allen aber ist Calw.”
Auf den Spuren von Hermann Hesse durch Calw
Hermann Hesse ist einer der meistgelesenen Autoren der deutschen Sprache. „Calw ist die schönste Stadt von allen”, so sagte er einmal über seine Geburtsstadt. Viele Gebäude erinnern an den Nobelpreisträger, so z.B. sein Geburtshaus am Marktplatz, die ehemalige Lateinschule oder der Sitz des Calwer Verlagsvereins, in dem Hesses Vater .und Großvater arbeiteten. Wir besuchen die Stätten seines Lebens und Orte, die er in seinen Erzählungen so unnachahmlich beschrieben hat. Den Abschluss bildet der Stadtfriedhof, wo unter anderem Hesses Mutter begraben liegt.
Dauer: 2,5 Stunden Preis: 10 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
„In deinen Tälern erwachte mir das Herz zum Leben...”
Hölderlin in Tübingen
Deutschlands größter Hymnendichter verbrachte in Tübingen mehr als die Hälfte seines Lebens. Erst studierte er dort zusammen mit Hegel und Schelling Theologie im Tübinger Stift, Jahre später ist er als geistig Verwirrter einer der ersten Patienten in der Autenriethschen Klinik. Als unheilbar entlassen, nimmt ihn der Schreinermeister Zimmer in sein Haus am Neckar auf, dem heute berühmten „Hölderlinturm”. Hundert Jahre später erst wird er als größter deutscher Lyriker entdeckt. Wir gehen Hölderlins Leben in Tübingen nach, lesen aus seinen Briefen und Gedichten, besuchen den Tübinger Stadtfriedhof und lernen das Tübinger Stift, „die Kaderschmiede” der schwäbischen Geistesgrößen, von innen kennen. Nach der Führung besteht die Möglichkeit, den Hölderlin-Turm mit Dauerausstellung zu Hölderlins Leben zu besichtigen (nicht im Preis inbegriffen).
Dauer: 2,5 Stunden Preis: 10 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
Schwimmende Hölderlintürme und lebendige Tote am lieblichen Neckar
Literaturspaziergang durch Tübingen
Zahllose Beschreibungen und Hymnen loben Tübingen, die verwinkelten Gassen, die romantische Neckarfront oder das wuchtige Schloss. Und nicht nur das: Die altehrwürdige Universität und das Tübinger Stift sind weithin bekannt als Schmiede großer Theologen, Philosophen und Dichter. Das „leuchtende Dreigestirn” - Hölderlin, Hegel und Schelling - studierte hier zusammen in einer Stube, die schwäbischen Romantiker Uhland, Kerner und Karl Mayer verfassten eine aufsässige Studentenschrift und Eduard Mörike und seine Freunde erfanden hier ihre Zauberinsel Orplid. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann die Universität Weltläufigkeit und Boheme durch Ernst Bloch, Walter Jens und Hans Mayer.
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter: „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing”
„Eine Stadt aus dem Musterbuche der Romantik”
Literaturspaziergang durch Esslingen
Wie Gustav Schwab, Eduard Mörike und viele andere Romantiker war auch Achim von Arnim entzückt über Esslingen: „Das ist eine Stadt ... kein Schritt ohne besondere Merkwürdigkeit”, schrieb er seiner Frau Bettine und bescherte damit der ehemaligen Reichsstadt einen Leitspruch, mit dem sie sich seither sehr gerne schmückt. Zu Recht, denn das wie durch ein Wunder vom Bombenkrieg unversehrt gebliebene mittelalterliche Stadtbild Esslingens begeistert seine Besucher bis heute. Vom Denkmal für Karl Pfaff, den „Deutschen Sängervater” , in der Maille gehen wir am Postmichelbrunnen vorbei zum Gelben Haus am Hafenmarkt, wo der Naturforscher David Friedrich Weinland wohnte, der Verfasser des Jugendbestsellers „Rulaman” . Am Rathausplatz hören wir vom Grafen Alexander und seinen Dichterfreunden, lassen uns ergreifen von einer Liebesgeschichte aus dem 19. Jahrhundert um einen armen Poeten und sind Zeugen einer unglücklichen Ehe wie aus einem Thomas-Mann-Roman. Auf der Burg werden wir in kriegerische Geschichten verwickelt, auf dem Marktplatz gelangen wir vor dem Stammhaus des Bechtle-Verlags schließlich ins 20. Jahrhundert, um dann in der gotischen Stadtkirche St. Dionys bei Adam und Eva zu enden.
Konzeption: Dr. Ute Harbusch
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter: „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing”
Es muss nicht immer Schiller sein
Literaturspaziergang durch Marbach
In Marbach steht Schillers Geburtshaus, das weiß hier jedes Kind. Der frühen Schillerbegeisterung der Marbacher Bürger ist zu verdanken, dass aus dem verschlafenen Provinzstädtchen eine international bekannte Literaturstadt wurde, die bis heute Autoren, Gelehrte und Literaturbegeisterte aus aller Welt anzieht - und viele von ihnen literarisch inspiriert hat. Aber auch Ottilie Wildermuth (1817-1877), mit ihren Jugendbüchern, Novellen und schwäbischen Idyllen die bekannteste Schriftstellerin ihrer Zeit, verbrachte hier ihre Kindheit und Jugend. So ist über Schiller hinaus noch manches in der Literaturstadt am Neckar zu entdecken. Der Spaziergang beginnt bei der Alexanderkirche am Fuße Marbachs und folgt den literarischen Spuren durch die idyllische Altstadt mit dem Geburtshaus Friedrich Schillers, den Wohnstätten seiner Marbacher Vorfahren und dem Elternhaus Ottilie Wildermuths bis zur Schillerhöhe, wo Schiller-Nationalmuseum, Deutsches Literaturarchiv und Literaturmuseum der Moderne das Dichter-Denkmal umgeben. En passant, aus dem Blickwinkel der Dichter, wird auch die ins frühe Mittelalter reichende Marbacher Geschichte lebendig.
Konzeption: Heike Schillo, Andrea Hahn
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter: „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing”
„Hier ist Freude, hier ist Lust...”
Literarische Wanderung zu Eduard Mörike am Albtrauf von Owen nach Ochsenwang
Eduard Mörike war in vielen Orten Vikar, so auch in Owen im Lenninger Tal und in Ochsenwang auf der Schwäbischen Alb. Er besuchte die Teck und genoss die Aussicht vom Breitenstein und quälte sich mit seinem Vikariatsdasein herum. Wir gehen seinen Spuren auf einer ausgedehnten Wanderung nach. In Ochsenwang besteht die Möglichkeit, die Mörike-Gedenkstätte zu besuchen.
Dauer: 7 Stunden Preis: 20 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
„Ein Traum, in Linien blau geschwungen ...”
Literarische Wanderung rund um Bad Urach
Umgeben von den Hügeln der Schwäbischen Alb liegt die idyllische Kleinstadt Bad Urach, die immer wieder Schriftsteller anzog. „...lasst Euch vom Haus am >Grünen Weg< erzählen” , lädt uns der expressionistische Lyriker und spätere erste Kulturminister der DDR, Johannes R. Becher, in den „Roten Verschwörerwinkel „ ein, wo auch Friedrich Wolf, Erich Schairer und Erich Mühsam zu Besuch waren. Ganz in der Nähe - in Urach-Hohenwittlingen - ließ sich David Friedrich Weinland zu seinem berühmten Jugendbuch „Rulaman” inspirieren, und auf der Burg Hohenwittlingen fand der Reformator Johannes Brenz Unterschlupf vor seinen katholischen Verfolgern. Ein trauriges Ende fand der Renaissance - Poet Nikodemus Frischlin bei einem Fluchtversuch aus der Festung Hohenurach. Im Seminar von Urach dagegen paukte im 19. Jahrhundert Eduard Mörike Theologie und fand sogar Zeit, seine erste Liebe zu bedichten.
Dauer: 7 Stunden Preis: 20 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter: „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing”
„Vom Eisenhammer zum Schneider von Ulm”
Tagesfahrt zu den Lebensstationen des Ingenieurs und Schriftstellers Max Eyth nach Kloster Schöntal/Jagst und nach Ulm, Geschichte des Flugpioniers Albrecht Berblinger, des „Schneiders von Ulm”, über den Max Eyth einen Roman verfasste.
Dauer: 12 Stunden Preis: 30 € pro Person zuzüglich Buskosten
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
„Rund um den Alten Turmhahn” zwischen Hohenlohe und Heilbronn
Literarische Radtour von Bretzfeld über Langenbrettach, Cleversulzbach, Neuenstadt nach Weinsberg
Zwischen Hohenlohe und dem Neckartal verbindet die auf ruhigen Wegen über Felder und entlang kleiner Flüsse verlaufende Route magische Stätten der württembergischen Literaturgeschichte. Die Tour beginnt im Geburtsort von Albrecht Goes, der unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Fahrrad eine „Schwäbische Herzensreise” in den Ort seiner Kindheit unternahm. Eduard Mörike, wie Goes Pfarrer und Dichter, hatte ein Jahrhundert zuvor das Pfarramt in Cleversulzbach inne und verklärte diesen Ort in seinem bekannten Gedicht >Der alte Turmhahn<. Im benachbarten Neuenstadt am Kocher siedelten sich Mörikes Vorfahren an. Den Endpunkt - nach einer Wegstrecke mit Ausblicken auf Weinberge und weit ins Neckartal - bildet Weinsberg, wo Justinus Kerner als Arzt und Dichter seine Spuren hinterlassen hat. Sein Wohnhaus und die von ihm geschützte Ruine der Burg Weibertreu waren im 19. Jahrhundert Wallfahrtsorte der schwäbischen Romantiker.
Dauer: 7 Stunden Preis: 20 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
siehe auch Literarische Radwege auf www.literaturland-bw.de
Vom Neckar in den Zabergäu
Literarische Radtour von Lauffen über Brackenheim, den Michelberg und Bönnigheim und zurück
Durch eines des schönsten und größten Weinbaugebiete Baden-Württembergs, mit Blick auf jahrhundertealte terrassierte Steillagen, über Wein- und Getreidefelder, vorbei an Besenwirtschaften und entlang des Neckars führt dieser Radweg mitten ins „Land der Poeten” . So nannte es der hier geborene Theodor Heuss, der im Übrigen über den Weinbau promovierte, die Fußwanderung aber dem Radfahren vorzog. Beginnend und endend im Geburtsort eines der sprach- und wirkungsmächtigsten deutschen Dichter, Friedrich Hölderlin, werden auch viele unbekannte und unerwartete Spuren der Literaturgeschichte lesbar, so jene, die schreibende Frauen um 1800 wie Sophie La Roche hier hinterließen. Am Ende des Radweges steht der Wiener Erzähler Heimito von Doderer, der verblüffender Weise einen schwäbischen Eisenbahntunnel zum wichtigsten Ort eines Kriminalromans machte und zudem meinte, es sei „hier eigentlich viel italienischer als [...] jenseits der Alpen” .
Dauer: 7 Stunden Preis: 20 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
siehe auch Literarische Radwege auf www.literaturland-bw.de
|