Literaturführungen in der Stuttgarter Innenstadt
Literarische Highlights in Stuttgart | Medizin, Feuer und Schwert | Stuttgart, eine Bücherstadt | Herr Mörike zieht um | Der literarische Zoo | En passant und Avanti | „E jeder pfeift halt, wie-n-rs ka'" | „Ein wahres Genie, ein Dichter!” | Hegel: Der Weltgeist - in Stuttgart geboren | "Ein Paradies - nur ohne Engel" | „Ein Litteraturleben im besten Sinne...” | Geistig zerklüftete Landschaft der Nachkriegsära | „Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste...” | Saufen und Dichten zwischen Bohnen im Rotlicht | Joseph Süß Oppenheimer - Jude, Justizopfer und schillernde Romanfigur | "Bühne und Parkett, Festsaal und intimer Salon - Die landesherrlichen Gärten Stuttgarts" | Fünfzig Jahre Fremdling und Wanderer in Stuttgart | Literarische Führung durch das Justizviertel | Poesie der Weinsteige |
Literarische Highlights in Stuttgart
Stuttgart war und ist ein wichtiges kulturelles Zentrum im deutschen Südwesten, angefangen mit der Hohen Karlsschule Ende des 18. Jahrhunderts, mit zahlreichen Verlagen und mit bedeutenden Köpfen, wie es ja schon sprichwörtlich ist: "Der Schiller und der Hegel, der Uhland und der Hauff ...". Aber auch illustre Gäste gaben sich ein Stelldichein, ob der Dichterfürst Goethe, ob Casanova, französische Schriftsteller wie Hugo oder Balzac. Eduard Mörike lebte 25 Jahre hier, er unterrichtete an einer Schule für "höhere Töchter" und schrieb das "Stuttgarter Hutzelmännlein". Nach dem 2. Weltkrieg arbeiteten Alfred Andersch und die "Genietruppe" um Martin Walser beim damaligen Süddeutschen Rundfunk, später entwickelte sich um den Philosophieprofessor Max Bense die "Stuttgarter Schule" der konkreten Poesie. Der Spaziergang macht 200 Jahre Stuttgarter Literaturgeschichte lebendig.
Dauer: 1 ½ bis 2 Stunden Preis: 7 € bzw. 10 € pro Person Teilnehmerzahl: Mindestens 10 Personen
Zu buchen über den Veranstalter „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing
Medizin, Feuer und Schwert
Auf den Spuren von Friedrich Schiller in Stuttgart
In Stuttgart wurde Friedrich Schiller zum Dichter. Auf der Hohen Carlsschule musste er zwangsweise Medizin studieren, doch als Regimentsmedicus schrieb er heimlich sein erstes Theaterstück „Die Räuber”, das wegweisend im Wortsinn war. Denn als ein herzogliches Verbot ihm das Schreiben untersagte, ergriff er die Flucht aus Stuttgart, um nur ein einziges Mal in seinem Leben wieder dorthin zurückzukehren. Wir gehen die Orte seiner Jugend ab und begegnen dabei den für ihn wichtigen Gestalten seiner Zeit in Stuttgart: der Carlsschule, unter deren militärischem Drill er litt und der er doch seine Liebe zur Literatur verdankte; Herzog Carl Eugen, den er verfluchte und verehrte; das Stammlokal „Zum Goldenen Ochsen”, wo er mit den Freunden Kegel schob und Karten spielte; seine Vermieterin, die er vielleicht umschwärmte und als „Laura” bedichtete; die Kaserne, in der er Rezepte ausstellte und „Die Räuber” schrieb.
Konzeption: Dr. Ute Harbusch
Treffpunkt: Schillerdenkmal vor der Oper Dauer: 1 ½ Stunden Preis: 7 € pro Person
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Stuttgart, eine Bücherstadt
Der Schwabe liest nicht nur Bibeln und Sparbücher. Stuttgart war seit dem 18. Jahrhundert und ist bis heute eine der führenden Verlagsstädte Deutschlands. Das bezeugen die immer noch ansässigen traditionsreichen Verlage wie Metzler oder Cotta - Cotta, der dank seiner Verbindungen mit Friedrich Schiller zu dem Verleger der Klassik aufstieg. Erfahren Sie, wie der Debütant Wilhelm Hauff erstaunliche Honorare aushandelte, welche Zeitung Eduard Mörike in seinen Picknickkorb packte, wie viele Tonnen Bücher man jährlich nach Leipzig verfrachtete, wo Erich Kästner nach dem Krieg „Emil und die Detektive” drucken ließ und vieles mehr?
Konzeption: Andrea Hahn
Dauer: 1 ½ bis 2 Stunden Preis: 7 € bzw. 10 € pro Person
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Herr Mörike zieht um
Spaziergang zu Eduard Mörikes Zeit in Stuttgart
Ein Umzug ist wahrlich kein „Schleckhafen” - und doch ist Eduard Mörike allein in Stuttgart rund ein Dutzend Male umgezogen. Zwar ist keines seiner Wohnhäuser erhalten, aber einige seiner Wohn- und Wirkungsstätten sollen noch einmal lebendig werden. Wir suchen einige der ehemaligen Wohnungen des Dichters auf, der sich 1851 nach Pfarrdienst und frühzeitiger Pensionierung in Stuttgart niederließ, um „auch einmal sein Heil in der Hauptstadt zu probieren?.
Konzeption: Dr. Ute Harbusch
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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Der literarische Zoo: Die schwäbische Alhambra
...durch die schwäbische Alhambra Wilhelma
Man muss Literaturspuren nicht nur zwischen Häuserfassaden suchen, warum soll man sich nicht einmal im Zoo auf literarische Wege begeben? Der Stuttgarter Zoo Wilhelma mit seinem poetischen Ambiente bietet einen wunderbaren Ort für literarisch-zoologisch-botanische Erkundungen. Es wird manches über die Wilhelma selbst zu erfahren sein, und im Angesicht der betroffenen beziehungsweise bedichteten Tiere hören wir, was Dichter in Versen und Prosa über sie zu sagen haben.
Konzeption: Andrea Hahn
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € zuzüglich Eintritt in die Wilhelma
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En passant und Avanti - Kommen und Gehen
...auf den Spuren internationaler Literaten zu Besuch in Stuttgart
Zum Touren, zum Kuren oder zum Arbeiten kamen französische, italienische, dänische, russische und englischsprachige Schriftsteller nach Stuttgart. Ivan Turgenev zum Beispiel besuchte mit der spanischen Sängerin Pauline Viardot - García den von ihm bewunderten Eduard Mörike, der Märchendichter Hans Christian Andersen bezeugte Schillers Denkmal seine Ehre, und Samuel Beckett führte wiederholt Regie im damaligen SDR. Manche Autoren interessierten sich freilich nicht im Geringsten für das literarische Leben der Stadt: Casanova entkam hier - wieder einmal - knapp seiner drohenden Verhaftung, Honoré de Balzac kurte in Bad Cannstatt und überlegte sich das Heiraten, Arthur Rimbaud soll sich mit seinem Freund Paul Verlaine eine heftige Prügelei geliefert haben, und und und ...
Konzeption: Dr. Ute Harbusch
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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"E jeder pfeift halt, wie-n-rs ka'"
...auf den Spuren der schwäbischen Seele durch Bad Cannstatt
Ob August Lämmles Toleranz gegenüber Anderspfeifenden wohl der Realität entspricht? Gemeinhin hat der Deutsche von den Schwaben ein anderes Bild: Engstirnig, fremdelnd, geizig wie die Schotten und pietistisch bis zum Umfallen sollen sie sein - Häuslesbauer halt, ohne Blick über den Tellerrand. Und zu den „urschwäbischsten” Exemplaren zählen gar die Cannstatter, für die es angeblich schon Landesverrat ist, wenn einer von ihnen nach Stuttgart-West umzieht. Sind sie wirklich so, diese Schwaben, oder sind sie ganz anders? Dieser Frage wollen wir auf unserem Spaziergang durch die einstmals heimliche Landeshauptstadt und Kurstadt von Weltniveau nachgehen. Unterstützung erhalten wir durch einen Rezitator, der der schwäbischen Sprache mächtig ist.
Konzeption: Andrea Hahn
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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„Ein wahres Genie, ein Dichter!”
...auf den Spuren von Wilhelm Hauff
In Stuttgart geboren, in Stuttgart gestorben, und in vielen Gärten landauf, landab ein Denkmal „ die Burg Lichtenstein ” zu besitzen: von welchem bekannten Dichter kann man das schon sagen? Wohlnur von Wilhelm Hauff, geboren im November 1802 und gestorben im November 1827, dessen „Lichtenstein” fünfzehn Jahre nach Erscheinen des Romans wirklich nachgebaut wurde und der noch heute in Form einer Miniaturburg nicht selten zwischen Rosen und Dahlien in Vorgärten prangt. Als Märchendichter ging Wilhelm Hauff ins Bewusstsein der Bevölkerung ein und war dabei doch ein höchst irdischer Vertreter des neuen Typus „Berufs- und Erfolgsschriftsteller”, der sich gegenüber Kollegen und Verlegern sehr pragmatisch verhalten konnte.
Konzeption: Andrea Hahn
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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Hegel: Der Weltgeist - in Stuttgart geboren
Spaziergang zu Hegels Jugendzeit in Stuttgart
Wer kennt ihn nicht, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, den großen Philosophen des deutschen Idealismus? In Stuttgart verbrachte er seine Kindheit und Jugend. Hier studierte er am ehrwürdigen "Gymnasium illustre" Griechisch und Latein. In der herzoglichen Bibliothek im Herrenhaus am Marktplatz betrieb er weitere Studien, die er beim Anschauen schöner Mädchen in den Konzertsälen abrundete. Aus seinen Tagebucheinträgen und Briefen erfahren wir, wie er sich schon als junger Mann mit klugen Bemerkungen über Gott und die Welt hervortut. Seine Zeitgenossen Hölderlin und Schelling sowie die großen Geister seiner Zeit, Goethe und Schiller, kommen ebenfalls zu Wort.
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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"Ein Paradies - nur ohne Engel"
Literaturspaziergang ...durch das Stuttgart um 1800
Um 1800 erlebte in Stuttgart wie überall in Europa das Bürgertum und damit seine spezifische Kultur den Aufstieg zur führenden Gesellschaftsschicht: Bei den Zöglingen der Karlsschule fanden Geniekult und die Ideen der Französischen Revolution Eingang; um die Stuttgarter Honoratioren sammelten sich „Kränzle” zur gemeinsamen Lektüre und zum Gedankenaustausch; die Lesegesellschaft, später „Museum” genannt, wurde gegründet; und bedeutende Verlage, allen voran die J.G. Cotta'sche Buchhandlung, die die deutschen Klassiker beheimatete, etablierten sich. Zahlreiche deutsche Literaten lebten in der Stadt am Nesenbach, andere - nicht minder berühmte - statteten ihr einen Besuch ab. In ihren Briefen legen sie ein beredtes Zeugnis von den großen Veränderungen ab.
Konzeption: Andrea Hahn
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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„Ein Litteraturleben im besten Sinne...”
Literaturspaziergang durch das Stuttgart um 1860
Um 1860 öffnete man sich auch in Stuttgart der Industrialisierung. Aus der kleinen Residenz- und Wengerterstadt war eine Großstadt geworden. Zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige entwickelte sich das Buchwesen. Viele Verlage siedelten sich an, national viel gelesene Zeitschriften entstanden hier und zogen bedeutende Journalisten und Schriftsteller wie Wilhelm Raabe an. Die Umbruchzeit mit ihren großen politischen und gesellschaftlichen Spannungen spiegelt sich auch unter den Literaten wider: Das Spektrum reicht vom rechtskonservativen Friedrich Wilhelm Hackländer über Anhänger der 1848/49er Revolution wie Hermann Kurz bis hin zum scheinbar in zeitloser Idylle lebenden Eduard Mörike.
Konzeption: Andrea Hahn
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing
Geistig zerklüftete Landschaft der Nachkriegsära
Literaturspaziergang durch das Stuttgart um 1945
Seit dem Krieg wird Stuttgart von kaum jemandem als geistige Heimat beansprucht. Dennoch haben sich einige Schriftsteller darum bemüht, dass die Stadt nicht „eines Tages nur ein Ort meiner [ihrer] Füße gewesen sein wird ” (Max Bense). Am bekanntesten sind wohl die Bestrebungen der „Stuttgarter Schule”. Der Spaziergänger Hermann Lenz begleitete seine Leser durch Stuttgarts Straßen. In der Autostadt konnte sich zwar eine reiche Verlagslandschaft erhalten, der Bereich Literatur hat jedoch viel von seiner einstigen Bedeutung verloren. Dafür entwickelte sich nach dem Krieg der Rundfunk zu einem Nabelpunkt der literarischen Szene und zog Leute wie Helmut Heißenbüttel an sich. Last but not least ist Stuttgart auch die Heimat von Krimihelden wie Kommissar Bienzle.
Konzeption: Heike Schillo, Bernd Möbs, Anne Abelein
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über die Agentur „Literaturspaziergänge Hahn & Kusiek”
„Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste...”
Literaturspaziergang zu Weinbau und Gasthäusern in Stuttgart
Welche Stadt kann sich schon eines Weinbergs gleich beim Hauptbahnhof rühmen? Großstadt zwischen Wald und Reben - das ist Stuttgart! Seit Jahrhunderten spielt der Weinbau in der Landeshauptstadt eine bedeutende Rolle. Zahlreiche Schildwirtschaften, Beizle und Gassenschenken luden ein, den hiesigen Wein zu trinken. Und Dichter, Schriftsteller und Künstler ließen sich von dessen Geist inspirieren oder trafen sich hier zu geselliger und feuchtfröhlicher Runde. Vom Alten Postplatz machen wir uns auf zum Café Weiß am Hans-im-Glück-Brunnen, wo man heutzutage bei Wein, Chips und Gummibärchen Marcel-Proust-Lesungen lauscht. In der Nähe labte sich Schiller an Wein, Schinken und Schnupftabak. Vorbei an Ludwig Uhlands Stammkneipe „Zum Schatten” geht es zum Marktplatz, wo sich Schubart seiner Trink- und Spottlust hingab. Über den Schillerplatz, einst Standort der herrschaftlichen Kelter, gelangen wir zur ehemaligen Wirtschaft „Drei Mohren”, die in den 1970er Jahren Heimat der Poetenavantgarde war. Am Schlossplatz gedenken wir Friedrich Hackländers weinseligen Dichtergesellschaften.
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
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Saufen und Dichten zwischen Bohnen im Rotlicht
Literarischer Spaziergang durchs Bohnenviertel
Das Bohnenviertel, Jahrhunderte lang ein armes Weingärtner- und Handwerkerviertel, hat auch heute noch sein ganz besonderes Flair. Von Kriegszerstörungen und durch Abriss bedroht, hat es heute nach liebevoller Renovierung seinen ganz eigenen Charakter bewahrt, mit Weinstuben und schicken Geschäften. Auf einem Streifzug durchs Bohnenviertel begegnen wir SchriftstellerInnen aus mehreren Jahrhunderten. Wir beginnen am Charlottenplatz, dort flüchtete Schiller durchs Esslinger Tor, später schrieb dort an gleicher Stelle Wilhelm Hauff aus Langeweile berühmte Märchen. Privatdetektiv Georg Dengler, die Romanfigur des Krimiautors Wolfgang Schorlau, sitzt derweil in seinem Stammlokal und bestellt gerade einen Grauburgunder, während er seinem Freund über die Schulter schaut, der gerade wieder Horoskope für Frauenzeitschriften verfasst. Um 1900 gingen in der Künstlerkneipe „Elsässer Taverne” Satiriker wie Ludwig Thoma und Dr. Owlglass ein und aus, nicht weit davon entfernt porträtierte Marie Josenhans das einfache Volk. In der Leonardskirche liegt der berühmte Humanist Johannes Reuchlin begraben, als Pfarrer wirkten dort Gustav Schwab und Albert Knapp. Nicht weit entfernt im „Club Voltaire” in der Leonardstraße planten die 68er die Revolution, und aufmüpfige Schriftsteller verfassten suvbversive Bierdeckel oder hielten provokante Vorträge. Die Hedonisten der 1990er entdeckten die Poesie von Fleischkäsweck und Prosecco beim Brunnenwirt und bei Brenners', während mittendrin im Trubel im Schriftstellerhaus kreative Wortkunstwerke entstehen...
Dauer: 1 ½ Stunden Preis: 7 € pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
Joseph Süß Oppenheimer - Jude, Justizopfer und schillernde Romanfigur
Literaturspaziergang zu Joseph Süß Oppenheimer
Wer war Joseph Süß Oppenheimer wirklich? Die historische Person ist hinter einem „Medienhype” , der seit 270 Jahren andauert, verschwunden. Gleich nach seiner Hinrichtung auf dem Stuttgarter Galgenbuckel im Jahr 1738, einem Spektakel ersten Ranges mit 12.000 Zuschauern, berichteten Flugblätter und illustrierte Schriften hämisch über den Aufstieg und Fall des Hof-Finanziers von Herzog Karl Alexander von Württemberg. Wilhelm Hauff veröffentlichte 1827 die Novelle „Jud Süß”, der Sozialist Albert Dulk schrieb das Drama „Lea” über die fiktive Schwester Oppenheimers, und schließlich veröffentlichte Lion Feuchtwanger 1925 seinen Weltbestseller. Den negativen Höhepunkt bildete 1940 der Nazi-Hetzfilm „Jud Süß” von Veit Harlan. Aber auch heute noch ist Süß Oppenheimer in neu erschienenen Romanen, Theateraufführungen, einer Oper oder Filmen präsent.
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing
"Bühne und Parkett, Festsaal und intimer Salon - Die landesherrlichen Gärten Stuttgarts"
Literaturspaziergang durch den Schlossgarten
Im 17. Jahrhundert besaß Stuttgart in der Nähe des Alten Schlosses einen der schönsten Renaissancegärten Deutschlands. Dieser war allerdings nur für den herzoglichen Hof reserviert; erst unter König Friedrich I. begann 1806 die Gestaltung einer öffentlichen Parkanlage, heute der Schlossgarten, der sich bis zum Schloss Rosenstein erstreckt. Hier verlustierte man sich, flanierte, stolzierte oder spazierte - zum Beispiel zur Kur nach Cannstatt. Sogar literarische Mordgeschichten fanden hier statt, ein Literaturnobelpreisträger bekam eine Rentnerkarte für die Bundesgartenschau und nüchterne englische und französische Reiseschriftsteller gerieten ins Schwelgen. Andere wieder trieben ihren Schabernack mit Polizeibeamten.
Dauer: 2,5 Stunden Preis: 10 € pro Person
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Fünfzig Jahre Fremdling und Wanderer in Stuttgart
Literaturspaziergang zu Hermann Lenz
Einer der großen Stuttgarter Schriftsteller ist Hermann Lenz, der 1998 in München verstorben ist. Fünfzig Jahre lebte er in Stuttgart in der Birkenwaldstraße. In seinen Eugen-Rapp-Romanen, einer Art 'Stuttgarter Buddenbrooks', beschreibt er leise und humorvoll sein eigenes Leben, die Zeit während des Nationalsozialismus, die erste Zeit der Ehe mit seiner Frau Hanne und die frühen Schreibversuche. In vielen Schilderungen wird das kuriose Leben eines Schriftstellers geschildert, der für die eigenen Verwandten „ein g'späßiger Kerle” und Dachstubenhocker ist, weil er keinem bürgerlichen Beruf nachgeht. Lenz' Freundschaft mit Peter Handke kommt zur Sprache, ebenso finden seine forschen Schriftstellerkollegen der Stuttgarter Schule um den Buchhändler Wendelin Niedlich und den Philosophieprofessor Max Bense ihren Platz.
Dauer: 2 Stunden Preis: 10 € pro Person
Zu buchen über den Veranstalter „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing
Literarische Führung durch das Justizviertel
Im eher nüchtern anmutenden Justizviertel lassen sich auf einem einstündigen Spaziergang die ein oder andere „literarische Spezialität” finden. Direkt in der Archivstraße hatte der jüdische Anwalt Fred Uhlman in den 1920er Jahren seine Praxis. Er musste fliehen und wurde in England ein angesehner Maler und Schriftsteller. Die Uhlandstraße ist natürlich nach Ludwig Uhland (1787-1862) benannt, der Jurist, Parlamentarier, Germanist und natürlich Dichter war. Die in Ludwigsburg geborene Jugendschriftstellerin Tony Schumacher (1848-1931) wohnte lange Jahre mit ihrem Mann in der Olgastraße 35. Schließlich lohnt sich noch ein Abstecher in den Akademiegarten „zum Juristen” Friedrich Schiller, der 1773 in der Militärakademie in Stuttgart eigentlich Jura studieren sollte, dann aber Medizin studierte und dann bekanntlich ganz aus der Art schlug. Unterhaltsame Zitate aus Briefen und Werken und historische Abbildungen lassen die Personen und jeweilige Lebenszeit lebendig werden.
Dauer: 1 Stunde Preis: 9€ pro Person
Buchung bei Bernd Möbs (Teilnahmebedingungen)
Poesie der Weinsteige
Literaturführung entlang der Alten Weinsteige
Romantik in Stuttgart? Kaum zu glauben, aber wahr! Von Weinbergen umringt, umgeben von Wiesen und Hecken, führte die alte Weinsteige Jahrhunderte lang als einziger Weg Richtung Süden, nach Tübingen und weiter in die Schweiz. Noch heute zeigen sich entlang des Weges wunderschöne Aussichten in Stuttgarts Talkessel und in die weite Ferne. Viele Autoren der Romantik wie Ludwig Uhland, Justinus Kerner oder Nikolaus Lenau waren unterwegs gen Süden, aber auch Schiller, Goethe und Hölderlin benutzten den Weg. Sie reisten entweder zu Fuß oder "mit Postillion" in der Kutsche und dichteten auf ihrem Weg Balladen, Weinlieder und stimmungsvolle klassische Gedichte.
Dauer: 2,5 Stunden Preis: 10€ pro Person
Zu buchen über den Veranstalter „Literaturspaziergänge Hahn, Kusiek & Laing
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